Geschichte vor der Haustür – statt im Klassenzimmer

Wie lebte es sich in Schorndorf während der Zeit des Nationalsozialismus?
Dieser Frage gehen Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums auf ganz
besondere Weise nach – als Stadtführerinnen und Stadtführer, die Geschichte an den
Originalschauplätzen vermitteln.
In Kooperation mit dem Stadtmuseum Schorndorf haben sich bislang 14 Schülerinnen und
Schüler der Jahrgangsstufe 2 zu sogenannten Schülerguides ausbilden lassen. Sie führen
Gruppen und Schulklassen zu Orten, die an die NS-Zeit in Schorndorf erinnern – etwa zu
ehemaligen Wohnhäusern verfolgter Familien oder zu Schauplätzen politischer
Propaganda. Dabei berichten sie von Schicksalen, mutigen Einzelpersonen und vom
Alltag in einer Zeit, in der Ausgrenzung und Anpassung eng beieinander lagen.
Besonders das Schicksal der gut integrierten und angesehenen Musiker-Familie
Guttenberger hat die Schülerinnen und Schüler nachdenklich gestimmt.Viele fühlten sich
ihr besonders verbunden – nicht zuletzt, weil auch das Max-Planck-Gymnasium einen
eigenen Musikzug hat.
Das Projekt zeigt, dass Lernen auch außerhalb des Klassenzimmers stattfinden kann: Die
Schülerguides machen Geschichte sichtbar, greifbar und relevant – direkt vor der eigenen
Haustür. Schon bald werden weitere Guides ausgebildet, die die Führungen fortsetzen und
das Projekt mit neuen Themen bereichern.