Am 22. und 23. Juli 2026 führte die Theater AG des Max-Planck-Gymnasiums in Schorndorf an zwei Abenden das Stück „Die Hölle, das sind die anderen“ von Sandra Lill auf. „Die Hölle, das sind die anderen“ ist ein Zitat aus Jean-Paul Sartres Drama „Geschlossene Gesellschaft“. Darin beschreibt er, wie für die drei Protagonisten die Erwartungshaltung der jeweils anderen zur „Hölle“ für jeden einzelnen von ihnen wird. Sandra Lill hat Sartres Idee aufgegriffen und die Szenerie erweitert. In ihrem Stück treffen gleich sieben Personen aufeinander. Sie kennen sich nicht, finden aber schnell heraus, dass sie alle am selben Tag gestorben sind und sich jetzt wohl in einer Art Vorzimmer zur Hölle befinden. Nach und nach lernen sie einander kennen und erzählen, wie sie an diesem Ort gelandet sind. Sie sind dabei höchst unterschiedlich. Vom Gauner über das Ehepaar zum Fernsehstar – die Auswahl bildet die Gesellschaft in ihrer Breite ab. Für die Personen auf der Bühne nicht sichtbar sind währenddessen der Teufel beziehungsweise die Teufelin und ihre sieben Dämonen zu Gange: Zorn, Neid, Habgier, Trägheit, Völlerei, Wollust und Hochmut. Sie verführen die sieben Menschen dazu, ihre Fehler zu wiederholen und aufs Neue in alte Muster zu verfallen. „Die Hölle, das sind nicht wir. Die Hölle, das seid ihr selbst“ sagt der Teufel, gespielt von Sarah Heller, gleich zu Beginn des Stücks. Was er damit meint wird schnell klar, denn er selbst muss gar nicht eingreifen. Die Menschen machen sich ihr Leben auch so zur Hölle, weshalb er entspannt in einer Zeitschrift blättern kann. Bisweilen sitzt der Teufel sogar mitten im Publikum. Mit diesem Kniff vermitteln die beiden Regisseurinnen Sabine Hamp und Miriam Schneiderhan dem Publikum eine klare Botschaft: Hier geht es nicht nur um die Personen auf der Bühne, sondern auch um die davor. Und so kommt man als Zuschauer schnell ins Grübeln und denkt nach, wie oft man schon in alte Verhaltensmuster verfallen ist, obwohl man sich doch eigentlich ändern wollte. „Sehenden Auges auf den Abgrund zu – typisch Mensch. So waren sie doch schon immer“ spottet die Wolllust. Und ja, die Menschheitsgeschichte ist voller Tragödien, die hätten verhindert werden können, hätten die Menschen rechtzeitig etwas verändert. Auch aktuell stehen wir vor großen Herausforderungen, Klimawandel und Hitzewellen machen uns Angst. Warum fällt es uns dann trotzdem so schwer, unser Verhalten zu verändern? Die Dämonen, die es uns dafür so schwer machen, macht Sandra Lill in ihrem Stück für den Zuseher sichtbar. Gibt es denn nun aber gar keine Hoffnung, aus diesem Teufelskreis zu entkommen? Doch, denn einer Protagonistin gelingt es aus der Hölle zu entkommen. Wie das geht? Am Ende war es gar nicht schwer, die Tür nach draußen war die ganze Zeit da – man musste sie nur nehmen (wollen). Und so betont der Teufel auch am Ende: „Es steht jedem frei, sich zu ändern“. Und so kann dies auch ein Ansatzpunkt für die Lösung vieler Probleme unserer Zeit sein. Anstatt von anderen etwas zu erwarten, mehr bei sich selbst zu bleiben und das eigene Verhalten ändern und dabei alte Dämonen zu überwinden.






























































In den Rollen haben gespielt:
Geiz-Dömon Clara-Louise Klinger
Hochmut-Dämon Amelie Mertins
Neid-Dämon Lea Scheible
Trägheits-Dämon Pauline Schörg
Völlerei-Dämon Friede Rösch
Wollust-Dämon Lina Dang
Zorn-Dämon Leni Rau
Susie Ronja Irmer
Peter Emma Heller
G-Man Sari Fried
Flora Melina Ratz
Das Model Lenka Schiek
Der Professor Nick Neugum
Marie/ Louise Pia Irmer
Professorin, Gauner Anna Kleeberg
Alte Frau, Pflegerin, Model, Gauner Olena Vasylieva
Mutter, Kindermädchen, Fotograf, Freundin Rosa Hagemann
Technik:
Licht: Jonathan Ziegler, Jakob Eschenbeck, Jakob Schrempf
Ton: Nico Hamp, Joshua Lunczer, Luca Tucciarone
Soundeffekte: Sebastian Tuczek
Stagehands: Jonas Schultheiß, Eike Teigelkamp,
Enrique Gallego Carrera, Urs Fried, Jakob Kurz
Zum letzten Mal mit dabei: Unsere Abiturienten
Jakob Härer, Felix Teufel und David Altmann – VIELEN DANK
für euren großen Einsatz diesmal und in den vergangenen Jahren!
Souffleuse: Selina Schönek
Regie: Sabine Hamp und Miriam Schneiderhan
