„Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“ – Lesung für die 8. Klassen

Am 22. und 23. Juli 2026 besuchten alle 8. Klassen des Max-Planck-Gymnasiums Schorndorf eine eindringliche Lesung unter dem Titel „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“. Im Mittelpunkt standen die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau im Februar 2020.

Das Buch wurde von Çetin Gültekin, dem Bruder des ermordeten Gökhan Gültekin, und dem Autor Mutlu Ergün-Hamaz verfasst. Gemeinsam geben sie den Opfern ihre Namen und ihre Geschichten zurück und machen deutlich, dass es sich um Menschen handelte, die in Deutschland geboren wurden, hier lebten und Teil unserer Gesellschaft waren.

Ausgewählte Passagen wurden vorgelesen und durch persönliche Gedanken und Kommentare ergänzt. Besonders bewegend war die Begegnung mit Çetin Gültekin. Durch seine persönlichen Schilderungen wurde die Geschichte der Opfer für die Schülerinnen und Schüler greifbar und emotional. Die Lesung berührte, regte zum Nachdenken an und machte eindringlich deutlich, wohin Rassismus und Ausgrenzung führen können.

Im Anschluss nahmen sich die Referenten viel Zeit, die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler geduldig und ausführlich zu beantworten. Die Veranstaltung vermittelte eine klare Botschaft: Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben!

Unser herzlicher Dank gilt der Palm-Stiftung, die diese wichtige Veranstaltung ermöglicht und unterstützt hat

Stolpersteine putzen, Erinnerung wachhalten

Am 10. Juli 2026 hat das Sozialministerium der SMV gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Schule mit Courage“ des Burg-Gymnasiums eine besondere Aktion auf die Beine gestellt: Mitglieder beider Schulen putzten gemeinsam die Stolpersteine in der Schorndorfer Kernstadt und den umliegenden Teilorten.

Zu Beginn nahmen alle Teilnehmenden an einer Führung der Naturfreunde Schorndorf teil, die die Stolpersteine vor Ort verlegt haben. Geleitet wurde die Führung von Herrn Reuster, der bei den Naturfreunden als Ansprechpartner für die Stolpersteine fungiert. Er vermittelte den Schülerinnen und Schülern nicht nur Hintergrundwissen zu den einzelnen Steinen, sondern auch zur Geschichte des Projekts insgesamt.

Die Idee der Stolpersteine wurde 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Die kleinen, in Gehwege eingelassenen Gedenktafeln erinnern an die Schicksale von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert, ermordet, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. 

Durch das gemeinsame Putzen der Steine sorgten die Schülerinnen und Schüler dafür, dass die Gedenktafeln auch weiterhin gut sichtbar bleiben und ihre Botschaft im Stadtbild lebendig halten. Das Sozialministerium der SMV bedankt sich herzlich beim Arbeitskreis „Schule mit Courage“ des Burg-Gymnasiums für die tolle Organisation und die gute Zusammenarbeit bei dieser wichtigen Aktion.

Das Sozialministerium der SMV