Acht Fälle aus der ganzen Welt, in denen die Menschenrechte nicht beachtet werden - darum ging es beim Briefmarathon von Amnesty International im Dezember! Vom MPG haben sich Schülerinnen und Schüler aus insgesamt fünf Religion- bzw. Ethikkursen (außerdem einige Lehrer*innen zusätzlich) damit beschäftigt. Manches Mal waren sie geschockt, manches Mal eher wütend, haben sich in die Situation eingefühlt, diskutiert, auf Protestlisten unterschrieben und Mutmach-Karten an die Betroffenen formuliert. Nun heißt es: Daumen drücken! - dafür, dass sich an den Situationen dieser Menschen etwas ändert, indem die jeweiligen Regierungen (auch durch unseren Beitrag) im Sinne der Menschenrechte aktiv werden!
Kurz vor den Sommerferien haben sich 27 Zehntklässler mit ihren Religionslehrern auf den Weg zum Franziskanerinnenkloster Reute gemacht. Vor Ort begrüßte uns Schwester Tobia führte uns durch die Klosteranlage. Hier gab es einiges zu entdecken: die verschiedenen Wohngemeinschaften der Schwestern, ein Pflegeheim, einen großen Garten mit Teichen und alten Bäumen, ein Feld, auf dem Kräuter angebaut werden und zahlreiche Möglichkeiten – auch für uns – zum Verweilen, Picknicken, Entspannen. Während der Führung beantwortete Schwester Tobia unsere Fragen, die im Laufe des Gesprächs immer mehr wurden: von der Finanzierung des Klosters bis hin zur Frage, was sie selbst bewegt hat, in ein Kloster zu gehen.
Am nächstenTag haben wir an den Gebetszeiten der Schwestern teilgenommen. Wir starteten um 6:15 Uhr mit der Laudes, dem Morgengebet im Kloster. Eine ungewöhnliche, aber sehr schöne Erfahrung. Dabei haben nicht nur wir die Schwestern, sondern auch die Schwestern uns beobachtet… und uns am Ende sehr gelobt. So einfach ist es nämlich nicht, die verschiedenen Lieder, Gesänge und Gebete in den beiden Büchern, dem Gotteslob und dem Stundenbuch, zu finden und zu singen. Nach einem ausgiebigen Frühstück beschäftigten wir uns mit Franz von Assisi und der guten Beth, die Gründerin des Klosters Reute. Fragen zu unserem eigenen Glauben standen im Mittelpunkt, z.B. wie uns der Glaube in stressigen Lebensphasen weiterhelfen kann, aber auch über Werte, die uns persönlich wichtig sind. Abends nahmen wir an der Eucharistiefeier teil. Dies war, besonders für die evangelischen Schülerinnen und Schüler, ein besonderes Erlebnis, da katholische und evangelische Gottesdienste doch sehr unterschiedlich sind, z.B. löste es einige verwirrte Blicke aus, dass es zu den Hostien keinen Traubensaft gab. Nach der Eucharistiefeier setzte sich der Pfarrer lange zu uns und beantwortete alle Fragen, die in den beiden Tagen aufgekommen waren. Abgeschlossen wurde der Abend (zumindest der offizielle Teil) mit einer Andacht.
Wir waren in einem Selbstversorgerhaus auf dem Klostergelände, d.h. wir haben nicht nur selbst eingekauft und die Mahlzeiten zubereitet, sondern waren am letzten Tag auch für das Putzen zuständig – dass es so reibungslos geklappt hat, war (vor allem für unsere beiden Lehrer) eine tolle Erfahrung. Nur der strömende Regen am Abreisetag hat die Heimfahrt etwas getrübt.
Somit hatten wir, die evangelischen und katholischen Reli-Schüler der 10. Klassen, eine sehr schöne Klosterausfahrt, mit viel Spaß und neuen Erkenntnissen. Wir konnten uns somit auch optimal auf die bevorstehenden Sommerferien vorbereiten. Und wer weiß, vielleicht zieht es ja einen von uns irgendwann doch noch einmal, möglicherweise sogar dauerhaft, ins Kloster.
Vielen Dank an Frau Loheide und Herrn Kiok, die uns ins Kloster Reute begleitet haben.
geschrieben von Nicola Höfer; JS 1
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